Leb wohl - Simmerl

Simmerl wurde am 11. Dezember 2007 am späten Nachmittag von 2 Tierärzten von seinem Leiden erlöst. Er ist friedlich in den Armen seines Pflegevaters eingeschlafen.

Und dabei sah alles so viel versprechend aus:

Der Huforthopäde war am Donnerstag da. Er hatte Simmerl erstmal wieder so gestellt, dass er vernünftig auftreten konnte. Er bekam leichte Schmerzmittel, um ihm das Laufen zu ermöglichen.
Am Freitag war Simmerl 2 Stunden im Auslauf unterwegs und hat sich kein einziges Mal hingelegt. Neugierung und aufgeschlossen hat er seine neue Umgebung erkundet.
Am Montag (10. Dezember 2007) kamen dann 2 Tierärzte, um seine Beine zu röntgen:

Das Ergebnis war niederschmetternd. Das Hufbein eines Vorderbeines hat sich über die Hälfte zersetzt, zerbröckelt. Von einer weiteren Behandlung haben beide Tierärzte abgeraten unter diesen Umständen.

Der Kampf hat sich trotz allem gelohnt! So hatte Simmerl wenigstens noch eine schöne Woche als glücklicher Esel.
 

Am 29. November 2007 bekamen wir die Nachricht, dass ein Großeselwallach in Bayern durch das Veterinäramt beschlagnahmt würde und dringend eine Unterbringungsmöglichkeit gefunden werden müsse. Über den Esel erfuhren wir, dass er ein ganz braver sei, 15 Jahre alt, aber aufgrund seiner schlechten Haltung und einer Fehlstellung der Schulter könne er nicht geritten oder gefahren werden.

Durch einen Aufruf im Eselforum und eine Rundmail an unsere Mitglieder konnte binnen 24 Stunden eine gute Pflegestelle gefunden werden! Vielen Dank für die vielen schnellen Reaktionen!

Am Sonntag, den 02. Dezember 2007 ist Simmerl also in seine Pflegestelle umgezogen.

Sein Zustand ist jedoch deutlich schlechter als angenommen!

Nachdem seit vielen Jahren die Hufe nicht behandelt worden sind, wurde vor ca. 5 Monaten ein Hufschmied aus dem Internet bestellt, der die Hufe (extreme Schnabelhufe und Fehlstellung) korrigieren sollte. Dies erfolgte dermaßen dilettantisch und blutig, dass der Esel seither nicht mehr richtig laufen konnte. Hinzu kam in den letzten Tagen ein nicht behandelter Hufrehe - Schub.

Simmerl hat vom Pferdehänger in den Stall für ca. 50 m etwa 1,5 Stunden gebraucht - nicht weil er stur war, sondern weil er vor Schmerzen nicht laufen kann! Er liegt den ganzen Tag, auch Fressen erledigt er im Liegen. Ab und an rauft er sich auf - auch das unter extremen Schmerzen. Aber er möchte seine neue Umgebung erkunden! Trotz dieser extremen Schmerzen ist Simmerl ein ganz braver und charakterstarker Esel, der sehr um sein Leben kämpft.

Am Mittwoch, den 05. Dezember 2007 war ein Tierarzt da, um Simmerls Chancen einzuschätzen:

Er hat nach seinen Aussagen noch nie ein Tier in einem solch schlechten Zustand gesehen. Er war schockiert, möchte aber den Esel noch nicht aufgeben. Er meinte, es bestünde eine reelle Chance, dass Simmerl irgendwann wieder beschwerdefrei laufen könnte. Wie diese sein wird, wagte er jedoch nicht zu sagen.

Zur Zeit tritt Simmerl nur auf einer sehr kleinen Fläche der Hufwand auf beiden Vorderbeinen auf, aufgrund der starken Deformierung der Hufe. Am 06. Dezember kommt der Huforthopäde und wird versuchen, die Hufe soweit zu korrigieren, damit überhaupt eine kleine Fläche entsteht, auf welcher der Esel auftreten kann. Das ganze wird mit Sedierung geschehen, da Simmerl nicht auf 3 Beinen stehen bzw. überhaupt nicht länger als 10-20 Minuten stehen kann. Nach der Behandlung erfolgt eine Schmerzmitteltherapie, die ihm ermöglichen soll, sich einigermaßen zu bewegen. Parallel werden die Vorderbeine geröntgt, damit der Huforthopäde die weitere Behandlung überhaupt durchführen kann.

Das ganze wird also ein langwieriger und kostenintensiver Prozess werden. Wir hoffen aber alle, dass Simmerl es schafft!

Sollte Simmerl es schaffen, suchen wir dann für diese Kämpfernatur einen schönen neuen Platz, an dem er einfach nur sein Leben genießen kann.